Fuji FP-100 C Negative retten / Teil 3

Vor einigen Tagen las ich irgendwo quer (ich finde leider nicht mehr wo) das jemand nicht die “dreckige” Methode Fuji Negative zu retten nutzt sondern eine wirklich deutlich saubere. Und zwar mit Meister Proper Schmutzradierern. Leider ohne komplette Anleitung, also musste ich das natürlich mal ausprobieren und testen.

Die Vorderseite das Negatives, wie schon in den anderen Artikeln beschrieben, von Chemie Resten und der “pinken” Schicht befreien. Dazu einfach unter fliessendem warmen Wasser mit dem Daumen leicht abrubbeln. Erst lösen sich die leichten Chemiereste, dann irgendwann die “pinke” Schicht. Die ist etwas zäher, also ein wenig Geduld.

Die Vorderseite nass auf eine Glasscheibe legen, dann pappt die schön fest und alles geht einfacher von der Hand.

Schwamm ordentlich nass machen, einwenig auswringen und mit leichtem Druck ordentlich übers Negativ kreisen. Nach ca. einer Minute löste sich der erste Teil und dann geht es wirklich ruck zuck bis das Negativ freigelegt ist. Zwischendurch eventuell mal den Schwamm ausspülen.

Ordentlich abspülen, aufhängen und trocknen lassen.

Hier eine gescanntes Negativ. Ebenso körnig und mit Farbverschiebungen wie beim anderen Verfahren, aber durchaus brauchbar. Natürlich nicht direkt als 1:1 Adäquat zum Positiv, aber zur alternativen Weiterverarbeitung durchaus sehr gut. Es sind Kalkreste drauf zu sehen da mein Netzmittel alle ist und komplett freigelegt habe ich es für diesen Schnelltest auch nicht, primär um mal zu sehen wie solche Ränder wirken. Die müsste man dann noch in Photoshop invertieren.

Und hier das gescannte zweite Negativ bei dem ich eine Schicht der Vorderseite zuviel abgerubbelt habe. Noch mehr für alternative oder Mixed Media Prozesse zu gebrauchen ;) Finde ich ehrlich gesagt sogar deutlich spannender für die alternative Weiterverarbeitung. Das Original kann ich euch leider nicht zeigen, ich habe nämlich einfach in die Negativ Grabbelkiste gegriffen und eins vom Pierre von unserer Aktion in Saabrücken beim Frank Neu erwischt. Kannste habe Pierre ;)

Fazit, klappt eigentlich prima, ist sauber(er) und schnell. Wie oft man so einen Radierer nutzen kann wird sich zeigen. Für ein paar Negative wird er aber schon reichen. Welchen Prozess ich dann besser finde wird sich zeigen.

Achso, ich habe mal vorsichtshalber Laborhandschuhe bei der Arbeit mit dem Schwamm benutzt, steht zwar nicht auf der Packung aber wer weiss wie das so alles da zusammen reagiert ;)

 

20 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    ich habe eben aus dem Rossmann einen Doppelpack “Magic Pad” gekauft und testweise ein Negativ des FP-100C direkt im Waschbecken von der schwarzen Schicht befreit, funktioniert prima ;-)
    Danke für den Tipp!
    Gruß,
    Michael

  2. Hallo,

    hab’s eben mit einem weißen Schwamm ausprobiert — und siehe da: es funktioniert großartig!

    Vielen Dank für den tollen Tipp!

    Gruß
    Daniel

  3. Herzlichen Dank für die tolle Motivation durch die Beschreibungen hier. Ich arbeite nun seit etwa 2 Monaten an der optimalen “Negativrettungsmethode” mit einem hohen Anspruch an die Qualität der Resultate. Dabei sehe ich den gesamten Prozess, an dessen Testung ich bestimmt schon 20 Arbeiten habe opfern müssen.

    Es beginnt bei der richtigen Belichtung, was im Prinzip am Besten mit den höherwertigen voll manuell zu bedienenden Polaroidgeräten (180, 195, 190) gelingt, dem anschließenden Ausentwickeln der Chemie – nicht nur des Bildes selbst – mit ca. 4-5 min sowie der Frage nach einem verklebungsfreien Transport der “Negativreste”. Gerade Letzteres scheint schier unmöglich, will man nicht eine gefühlte Ewigkeit in der Wildnis auf das richtige Trocknen warten. Verkleben die Negative auch nur leicht beim nicht ausreichenden Trocknen an der Schichtseite, sind in der Regel Emulsionsschäden zu erwarten.

    Der beste Weg beim Abkleben auf einer Glasscheibe vor dem Lösen der schwarzen Schicht scheint die rückseitig jeweils 3 mm umlaufende präzise Mitabdeckung der Rückseitenschicht mit dem höherwertigen Tesapackband (transparent, um den ca. 3mm Überstand einschätzen zu können). Beim Arbeiten mit dem Bleichmittel EAU DE JAVEL (DM) ist es wichtig, selbiges auf ein auf die schwarze Schicht mindestens doppelt liegendes Stück ZEWA vorsichtig aufzugießen. Die Einwirkzeit habe ich als optimal bei 6-7 min festgestellt, was relativ lang ist aber zu einer rückstandslosen Entfernbarkeit der schwarzen Lichtschutzschicht führt. Gründliches Abspülen ist nun angesagt, das selbst gering konzentrierte Reste des Bleichmittels zu Schäden an der Emulsionsseite führen können. Das Säubern der Emulsionsseite ist ähnlich dem Arbeiten mit sonstigen analogen Filmmaterialien bei Wassertemperaturen möglichst um 20°C zu empfehlen. Höhere Werte weichen die Gelatine der Emulsionsseite auf und machen diese somit sehr empfindlich für mechanische Schäden beim Abreiben.

    Die Bleichmittelvariante hat bei mir trotz Besonnenheit und Vorsicht einige Opfer bei wirklich gelungenen Motiven geführt. Insofern habe ich die “Magic Eraser” oder Schwammvariante ebenfalls probiert. Ich bin davon sehr begeistert. Ich habe verschiedenste Schwämme (Rossmann, DM usw.) probiert und nutze pro Negativ jeweils nur 1/5 eines solchen Schwamms. Ob es Unterschiede in der Qualität gibt, bleibt zu testen.

    Wichtig ist meines Erachtens, um eine auch beim Scannen sichtbare Mikrozerkratzung zu minimieren – zu Vermeiden ist diese wohl nicht – die Reinigung unter leicht fließendem Wasser vorzunehmen. Das erlaubt dem schwarzen, pulvrigen Schichtmaterial sofort abzufließen und verhindert bedingt den “Sandpapiereffekt”. Ich habe bei sanfter Reibung und etwa 6 Minuten Zeiteinsatz Negative produziert, die, natürlich mit gewissen Einschränkungen, einen Vergleich mit Großformatnegativen in der Auflösung nicht scheuen müssen. Die Mikrokratzer beim Abreiben sind derart, dass der Scanner (EPSON 4990 mit VueScan und 2400 dpi) selbige nicht erfasst, das Fotokorn (etwa Anmutung eines 400er Films) jedoch präzise abbildet. Ich bin begeistert und suche nun – wie oben angedeutet – “den” Reinigungsschwamm…

    Liebe Grüße

    Heiko

  4. Herzlichen Dank für die prompte Reaktion und die Klasse Tips. Die Variante mit der Kiste und den Federn hatte ich auch bereits im Netz gefunden. Im Moment wollen mein guter Freund und Fotograf Arnd Weider und ich noch eine andere und unter Umständen wirklich praktikable Variante austesten, da bei der Federvariante durch die Transportbewegung das Problem entstehen kann, dass die schwingenden Negative doch verkleben.

    Silikonisiertes Trennpapier (ähnlich Backpapier) sollte, da im Prinzip nichts ankleben bleiben sollte, die Variante der Wahl sein. Man könnte sich aus einem Stapel dieser Papiere ein Büchlein binden und selbiges, ähnlich einem Trockenbuch transportieren. Soweit die Idee… die sicher auch für die Positive denkbar ist.

  5. Hey in die Runde,

    ähnlich wie Marc/ Jana/ alle war ich auch auf der Suche danach wie man am besten die negative sauber bekommt. Lange Zeit war mein Verfahren der Wahl auch der Radierer. Mit ein bisschen übung schafft man es in einer guten Minute. UNd die Schwämme die ich hatte hielten auch recht viele Bilder durch (leider noName produkte die ich nicht mehr kriege) und waren schnell- trotzdem mit wenig kratzspuren.

    Jetzt bin ich aber doch wieder zurück zur Bleiche… aber ich habe mir einen Rahmen dafür gebaut. Fazit: schnell & sehr sicher für das Bild & sie müssen nicht trocken sein weil ohne Klebeband gearbeitet wird. Habe noch keinen Text dazu, aber schon mal ein kleines Video…

    Gruß, Luk.

    • :-D

      wenn es da interessenten gibt, dann müsste ich mal mit dem Laden reden was die Fertigung kosten würde.

      dann könnte man vielleicht ne kleine serie starten.

    • Das weckt Vertrauen. Gibt es eine Art Gummiversiegelung, damit die Bleiche nicht auf die Rückseite dringt? In dem Video wirkt es am Ende so, als wäre die Bleiche an den Rändern doch etwas durchgedrungen. Sollte alles clean und gut abdichten, bin ich auch Fan und potenzieller Kunde. Herzlich. Heiko

    • Hey,

      man sieht an dem Rahmen dieses rote zeug. da habe ich ein Gummi eingeklebt. Das hält dicht. ich weiß nicht genau welche Stellen Du als undicht vermutest :-) Vielleicht schaffe ich es mal den Blogbeitrag zu schreiben, dann mache ich noch ein paar detaillierte Fotos.
      Hatte bisher auf jeden Fall keine Probleme mit Bleiche auf der Rückseite.

      2 Bekannte haben auch schon gefragt. Das wären ja schon mal potentielle 4 Rahmen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet :-) Mal sehen was die Fräserei sagt

    • Hallo Lukas,
      was für ein Bleichmittel benutzt Du denn? Es geht nämlich erstaunlich schnell bei Dir.
      Ansonsten muss ich sagen, ich bin beeindruckt und bin auch sehr an solch einem Rahmen interessiert.
      Viele Grüße Arnd

    • Hey,

      also das mittel der wahl ist danklorix, sicher kein geheimnis :-) es kommt ein bisschen drauf an ob man es mehrfach verwendet oder verdünnt etc. aber an sich ist meine erfahrung dass es doch recht schnell geht. ist aber halt was anderes ob man es ganz dünn aufträgt, nur mit zewa oder eben etwas drauf kippt. nehme normalerweise auch etwas weniger als da zu sehen. ändert aber kaum was.

      Ich habe gestern schon mal eben mit der Werkstatt geredet. wir sehen mal was wir wegen Material machen können. Die Bleiche ist schon arg und greift alu ein wenig an. vielleicht muss man es eloxieren… und die werkstatt wird dann die Tage mal kalkulieren. So wie es aussieht könnte es dann ne kleine Serie geben wenn der Preis passt :-)

      also wer mag, guckt mal bei fb bei lukha
      (https://www.facebook.com/pages/Lukha/532540813454277)
      vorbei, da habe ich das video auch gepostet, und kommentiert oder teilt mal, vielleicht gibt es echt noch interressenten. fände cool wenn wir was an den start kriegen.

      Gruß!
      Luk

    • Hallo in die RUnde,
      es gibt Neuigkeiten :-)

      und zwar ist der zweite Prototyp fertig.
      Es war ja die Frage wegen der Dichtung. Der eingeklebte Gummi ist durch einen O-Ring ersetzt und das funktioniert super.

      Hier ist ja nix mit Bilder zeigen. Wenn ich heute Abend zu Hause bin schreibe ich aber schnell einen Post auf meiner fb seite (https://www.facebook.com/Lukha-532540813454277) und hänge Bilder von gestern Abend an.
      Die Bilder zeigen dann den Dichtrahmen, den O-Ring und zwei Negative. Ich denke man sieht gut dass alles sauber ist, der Rand ist aber noch komplett schwarz. Der Ring also dicht.

      Im Grunde könnte man jetzt eine Nullserie starten….. Kleine Kalkulation noch. aber ich denke mit einer Version mit Flügelmuttern (nicht den Schnellspannmuttern wie im Video) müssten wir bei etwas unter 30 raus kommen. Warte aber noch auf genaue Werte von der Fertigung und vom Eloxierer….
      Und dann bräuchte ich eben quasi ein paar Feldtester :-D

      Gruß, Lukas!

  6. Lieber Luk, liebe KollegenInnen, ich bin definitiv ein Tester. Das ganze sieht wirklich präzise aus und wenn der O-Ring seinen Dichtungsdienst lange und ordentlich tut, man diesen nachbestellen kann (Wo?) und alle Modelle der 0-Serie die gezeigte Qualität haben, danke ich für eine Nachricht via: http://www.heiko-krause-photographie.de Herzlichen Dank Heiko Krause

    • Hey Heiko.

      ich schreibe Dir auch ne Mail. Für alle noch kurz. Die 0-Serie ist natürlich in sich gleich. Die O-Ringe sind normaler Industrie-Standard. Ich bestelle mehr als ich Rahmen habe. Grundsätzlich sind die aber so ziemlich überall zu bekommen. Man muss nur aufs Material achten und es kann sein dass man 50 abnehmen muss :-D
      Allgemein sind alle verbauten Teile eigentlich normaler Industrie-Kram.

  7. hey,
    ich bin soweit. die nullserie ist fertig. das material liegt hier.
    die tage liefer ich einen Rahmen an Marc aus. Vielleicht erklärt er dann auch noch was- will ja hier nicht seinen blog voll spamen :-D

    weil mir ein paar von euch geschrieben haben dass sie nicht bei fb oder im forum sind. ich habe jetzt einfach mal bei ner freundin das ding in den shop gepackt (da sieht man auch aktuelle Bilder). 2 Versionen. Wer also was will der meldet sich bei mir per mail (lukas@lukha.de) oder guckt mal da in den shop http://www.rova-design.de/shop/polaroid/

    Gruß. Luk!

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